Impromptu Networking (Liberating Structures)

Mit Impromptu Networking stimmen Sie zu Beginn eines Workshops, eines Meetings oder einer Veranstaltung die Teilnehmenden auf ein bestimmtes Thema ein. Der lebendig gestaltete Ablauf aktiviert alle Teilnehmenden gleichermaßen und schärft den Fokus aller für das zu behandelnde Thema. Darüber hinaus können die Teilnehmenden erste individuelle Sichtweisen und Lösungsansätze entdecken und mit den eigenen Perspektiven abgleichen.

Impromptu Networking (Liberating Structures)

Impromptu Networking (Liberating Structures)

Mit Impromptu Networking stimmen Sie zu Beginn eines Workshops, eines Meetings oder einer Veranstaltung die Teilnehmenden auf ein bestimmtes Thema ein. Der lebendig gestaltete Ablauf aktiviert alle Teilnehmenden gleichermaßen und schärft den Fokus aller für das zu behandelnde Thema. Darüber hinaus können die Teilnehmenden erste individuelle Sichtweisen und Lösungsansätze entdecken und mit den eigenen Perspektiven abgleichen.

Impromptu Networking (Liberating Structures)

Einsatzmöglichkeiten

  • Warming-up und Aktivierung der Teilnehmenden
  • Gegenseitiges Kennenlernen und Vernetzen von untereinander unbekannten Teilnehmenden
  • Schneller erster Wissens- oder Standpunktabgleich
  • Reflexion am Ende eines Meetings oder Workshops, um beispielsweise das Gelernte mit den anderen Teilnehmenden zu teilen

Impromptu Networking eignet sich sowohl für kleinere (mindestens sechs Personen) als auch für große Gruppen von über hundert Personen. Die Methode ist sowohl in Präsenzveranstaltungen als auch online durchführbar. In der Regel wird die Methode zu Beginn eines Meetings, eines Workshops, eines Trainings oder bei Konferenzen als kraftvolle Alternative zu herkömmlichen Vorstellungsrunden eingesetzt.

Ergebnisse
  • Die Teilnehmenden sind für das Thema sowohl aufnahmebereit als auch dazu motiviert, sich aktiv einzubringen.
  • Die Teilnehmenden haben erste persönliche Kontakte geknüpft und einen ersten Eindruck von unterschiedlichen Beiträgen zum Thema erhalten.
  • Wenn Austausch im Plenum durchgeführt wird: Erstes Stimmungsbild der Gruppe zum Thema
  • Erste Ideen oder Lösungsvorschläge zur Fragestellung
Vorteile
Introvertierte Personen können sich leichter einbringen, da alle Teilnehmenden gleichberechtigt einbezogen werden.
Die Methode ist sehr simpel und bedarf keiner großen Erklärung.
Die Teilnehmenden machen sich mit dem zu behandelndem Thema vorab vertraut und tauschen sich darüber unbeeinflusst untereinander aus.
Die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden wird auf den zentralen Inhalt der Veranstaltung fokussiert.
Unterschiedliche Sichtweisen und Gemeinsamkeiten können mitunter schnell und frühzeitig erkannt werden
Grenzen, Risiken, Nachteile
Da die Verantwortung für die Zeitaufteilung bei den Diskussionspaaren selbst liegt, besteht die Gefahr, dass extrovertierte Teilnehmende, die gesamte Redezeit kapern.
Extrem introvertierte Teilnehmer können durch die Methode in eine für sie unangenehme Situation manövriert werden.
Wenn die Teilnehmenden die Methode zum ersten Mal durchführen, reagieren sie evtl. verwundert darauf, dass sie dreimal hintereinander dieselbe Fragestellung erörtern sollen.
Voraussetzungen

Die Teilnehmenden müssen sich auf die Methode einlassen, an den Positionen der anderen interessiert sein und bereit sein, ihre eigenen Positionen offen mitzuteilen.

Qualifizierung

Die Moderation muss die Methode gut kennen und in der Lage sein, den vorgegebenen zeitlichen Ablauf in der Gruppe umzusetzen. Bei größeren Gruppen sollte sie im Umgang mit einer hohen Teilnehmerzahl vertraut sein.

Benötigte Informationen
  • Klar formulierte Fragestellung(en), die alle Teilnehmenden verstehen und zu der sie sich auch äußern können
  • Wissen, Erfahrungen und Einschätzungen der Teilnehmenden
Benötigte Hilfsmittel
  • Akustischer Signalgeber (z.B. Glocke, Gong, Hupe) zum Starten und Beenden der drei Runden
  • Zusätzlich kann es hilfreich sein, die Eingangsfrage(n) auf einem Flipchart oder auf einer Präsentationsfolie zu formulieren, sodass diese für alle Teilnehmenden ersichtlich sind.
  • Einen ausreichend großen Raum, in dem sich die Teilnehmenden frei bewegen können
  • Wenn Sie Impromptu Networking online durchführen, benötigen Sie eine Video-Konferenz-Software, mit der sie Breakout-Räume (d.h. Untergruppen) erstellen können.
Herkunft

Impromptu Networking gehört zu den aktuell 33 sogenannten "Liberating Structures", die Keith McCandless und Henri Lipmanowicz seit 2002 zusammenstellen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Liberating-Structures-Website und im Liberating-Structures-Buch (Lipmanowicz, Henri und McCandless, Keith: The Surprising Power of Liberating Structures: Simple Rules to Unleash A Culture of Innovation, 2014).

Durchführung: Schritt für Schritt

Haben Sie auch genug von langweiligen Vorstellungsrunden? Nacheinander stellt sich jede:r reihum vor. Manche fassen sich kurz, andere beglücken die Runde mit schier endlos anmutenden Monologen und keine:r der Anwesenden hört wirklich zu, da sie sich auf sich und ihre Vorstellungen konzentrieren.

Das muss nicht sein! Bringen Sie mit Impromptu Networking alle Teilnehmenden gleichermaßen aktiv und interessiert in Fahrt!

Schritt 1: Bereiten Sie das Impromptu Networking vor!

Obwohl es sich bei Impromptu Networking um eine sehr einfache Methode handelt, sollten Sie vorab ein paar Dinge bedenken und vorbereiten, um die Durchführung erfolgreich zu gestalten.

Berücksichtigen Sie als erstes die Anzahl der Teilnehmenden und suchen Sie einen ausreichend großen und geeigneten Raum für das spontane Netzwerken mit Impromptu Networking. Die Teilnehmenden sollen sich ohne Hindernisse frei im Raum bewegen können und dabei genügend Platz haben, um Tandems im Stehen bilden zu können. Zwischen den Pärchen muss ausreichend Abstand möglich sein, damit sie in Ruhe diskutieren können. Wenn es Örtlichkeiten und Wetter erlauben, können Sie auch kurzentschlossen das Ganze ins Freie verlegen.

Bereiten Sie ein bis drei Fragen vor, die sich die Teilnehmenden gegenseitig stellen und beantworten sollen. Die Auswahl der passenden Fragen ist nicht trivial. Setzen Sie sich daher im Vorfeld der Veranstaltung mit den Teilnehmenden und ihren Situationen auseinander:

  • Welchen Bezug haben sie zum Thema der Veranstaltung?
  • Welche Beiträge erwarten Sie sich von den Teilnehmenden?
  • Warum sollte das Thema die Teilnehmenden interessieren?
  • Kennen sich die Teilnehmenden untereinander?

Kennen sich die Teilnehmer noch nicht, so können sie typische Kennenlernfragen stellen, wie:

  • Wie würdest Du Dich mit 5 Hashtags beschreiben?
  • Wer bist Du?
  • Warum bist Du hier?
  • Was erwartest Du von der heutigen Veranstaltung?
  • Was haben wir für Gemeinsamkeiten?

Wenn sich die Teilnehmenden bereits kennen, können Sie schon etwas tiefer in die Materie einsteigen:

  • Wie stehst Du zum Thema XY?
  • Was ist aktuell Deine größte Herausforderung?
  • Was dürfte nicht passieren, um das Ziel XY zu erreichen?
  • Hast Du schon eine Idee, wie Du das Thema XY angehen würdest?
  • Was bringst Du zu dieser Veranstaltung mit?
  • Was müsste passieren, damit die Veranstaltung für Dich zum Erfolg wird?

Selbstverständlich können Sie diese Fragen auch kombinieren oder eigene entwickeln. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Fragestellungen nicht zu komplex sind, sodass sichergestellt ist, dass alle Teilnehmenden die Frage verstehen. Sie wollen ihre Gäste ja nicht bereits zu Beginn einer Veranstaltung verunsichern. Ideal sind offene Fragen, die auf das Thema hinführen, aber nicht zu spezifisch sind.

Ich empfehle Ihnen, die Fragen für alle Teilnehmenden sichtbar im Raum zu platzieren. Bereiten Sie daher vorab Flipcharts oder eine Präsentation mit den Fragen vor.

Besorgen Sie sich einen akustischen Signalgeber (Hupe, Klingel, Gong, …) um die einzelnen Runden einzuläuten und zu beenden. Gerade bei großen Gruppen ist dies hilfreich.

Praxistipps ...

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