15% Solutions (Liberating Structures)

Mit 15% Solutions definieren Einzelne oder Gruppen kleine Aktivitäten, die sie sofort umsetzen können ohne Genehmigungen oder Ressourcenfreigaben abwarten zu müssen. Diese ersten Schritte senken die Hemmschwelle, größere Vorhaben anzugehen. Anstatt nach Gründen zu suchen, warum das Vorhaben noch nicht beginnen kann, bis es schließlich zu den Akten gelegt wird, werden erste, wertvolle Schritte beschlossen.

Methode 15% Solutions

15% Solutions (Liberating Structures)

Mit 15% Solutions definieren Einzelne oder Gruppen kleine Aktivitäten, die sie sofort umsetzen können ohne Genehmigungen oder Ressourcenfreigaben abwarten zu müssen. Diese ersten Schritte senken die Hemmschwelle, größere Vorhaben anzugehen. Anstatt nach Gründen zu suchen, warum das Vorhaben noch nicht beginnen kann, bis es schließlich zu den Akten gelegt wird, werden erste, wertvolle Schritte beschlossen.

Methode 15% Solutions

Einsatzmöglichkeiten

  • Abschlussmethode für Meetings, um erste Folgeaktionen zu identifizieren und zu vereinbaren
  • Sprint Reviews in Scrum, um erste Ideen für Produktverbesserungen für die folgenden Sprints zu sammeln
  • Im Rahmen von Retrospektiven, um den Fokus der Teamkultur zu erweitern. Zusätzlich zu: "Wir als Team können … verbessern" wird die Perspektive "Ich als Individuum kann … beitragen" ergänzt.
  • Zur möglichst einfachen und kostengünstigen Erstellung erster Prototypen, die leicht zu testen sind
  • Einsatz im Rahmen einer Problemlösung, bei denen Teilnehmer:innen aktiv werden sollen
  • Als Coaching-Methode, z.B. bei Entwicklung und Auswahl von Verhaltensmöglichkeiten

Die Mikrostruktur "15% Solutions" der Liberating Structures konzentriert sich auf die Handlungsmöglichkeiten von Individuen. Das Ziel der Methode ist es, einen Impuls aufzubauen, um so erste Aktivitäten im Rahmen des individuellen zeitlichen und technischen Spielraums herbeizuführen.

15% Solutions lässt sich mit geringem Aufwand sowohl individuell als auch in Teams einsetzen. Beim Einsatz in Teams beträgt der Zeitaufwand ca. 5 Min. für Einzelarbeit und ca. 10 Min. pro Teilnehmer:in für den anschließenden Austausch in der Gruppe. Hinzu kommen Zeiten für Einführung und Auswertung.

Ergebnisse
  • Sammlung von klar definierten Tätigkeiten, die schnell und mit geringem Aufwand umgesetzt werden können
  • Erste Ansatzpunkte, um auch bei großen und/oder komplexen Unterfangen ins Handeln zu kommen
Vorteile
Die erarbeiteten nächsten Schritte sind einfach und kurzfristig umsetzbar.
Brach liegende Kapazität wird so (wieder) zu Tage gefördert und genutzt.
Arbeitsergebnisse zu den gefundenen Aktionen können in einem kurzen Zeitfenster abgeschlossen und überprüft werden.
Ein erstes Gefühl der inneren Blockade bei neuen Aufgaben kann mit der Methode überwunden werden
Grenzen, Risiken, Nachteile
Die Methode eignet sich nicht dazu, anspruchsvolle Aufgaben im Detail zu planen.
Je nach bisheriger Herangehensweise fällt den Teilnehmer:innen das Identifizieren entsprechender Tätigkeiten anfangs schwer. verständlich und umsetzbar (unabhängig, keine Freigabe erforderlich, keine weiteren Ressourcen).
Wenn das Ziele nicht genau formuliert ist, besteht die Gefahr, dass an ihm vorbei oder darüber hinaus gearbeitet wird.
Voraussetzungen
  • Das Thema, das mit 15% Solutions bearbeitet wird, ist den Teilnehmer:innen hinlänglich bekannt und besprochen 
  • Die Methode beruht auf der Annahme, dass die meisten Menschen Kontrolle über ca. 15% ihrer Arbeitskapazität haben, während die anderen 85% bereits verplant sind oder durch laufende Aufgaben (z.B. strukturelle Tätigkeiten oder Rituale) in Anspruch genommen werden. Damit die Methode funktioniert, müssen die Teilnehmenden tatsächlich über 15% frei disponierbare Arbeitskapazität verfügen.
Qualifizierung

Die Moderation muss die Methode verstehen und anwenden können und sollte gerade bei größeren Gruppen im Umgang mit einer hohen Teilnehmerzahl vertraut sein. Andere Methoden zur Prüfung der resultierenden Tätigkeiten sind bekannt und werden im Rahmen der 15% Solutions eingesetzt (z.B.: SMART, INVEST).

Benötigte Informationen
  • Klar formulierte Themen- bzw. Fragestellung
  • Jede:r Teilnehmer:in hat den Überblick über seine:ihre individuelle Zeitplanung, die zwar nicht offengelegt, aber von der Person selbst überblickt werden kann.
Benötigte Hilfsmittel
  • Bei Gruppenarbeit: Ein ausreichend großer Raum – am besten ohne Stühle und Tische –, in dem die Teilnehmer:innen stehen und sich ungehindert bewegen können
  • Eine Kartei- oder Moderationskarte und ein Stift für jede:n Teilnehmer:in
  • Wenn Sie 15% Solutions online durchführen, benötigen Sie eine digitale Whiteboard-Lösung, wie Mural, Miro oder Conceptboard.
  • Bei virtuellen Workshops benötigen Sie zusätzlich eine Video-Konferenz-Software.
Herkunft

15% Solutions gehört zu den aktuell 33 sogenannten "Liberating Structures", die Keith McCandless und Henri Lipmanowicz seit 2002 zusammenstellen. Die ursprüngliche Idee zu 15% Solutions stammt von Prof. Gareth Morgan.

Weitere Informationen finden Sie auf der Liberating-Structures-Website und im Liberating-Structures-Buch (Lipmanowicz, Henri und McCandless, Keith: The Surprising Power of Liberating Structures: Simple Rules to Unleash A Culture of Innovation, 2014).

Durchführung: Schritt für Schritt

Aller Anfang ist schwer: Gerade bei großen Vorhaben kann der erste Handgriff eine kleine Herausforderung darstellen. Leicht entstehen Zweifel, ob das Vorhaben auch wirklich sinnvoll ist oder man findet Gründe, warum andere Tätigkeiten eine höhere Priorität haben. Diese Hemmschwellen können dazu führen, dass wir sogar die gesamte Idee wieder zu den Akten zu legen. 15% Solutions unterstützt uns dabei, den ersten wertvollen Schritt zu gehen, indem wir auf Aktionen hinarbeiten, die sofort begonnen werden können.

Im Zentrum der 15% Solutions steht eine Aufgabe oder Frage, die sich auf eine individuelle oder kollektive Herausforderung bezieht. Ziel ist dabei nicht, eine vollständige Planung zu erstellen, sondern in erster Linie den ersten oder die ersten Schritte zu überlegen und zu beschließen.

Erläutern Sie den Teilnehmenden bereits in der Einladung bzw. bei der Anmoderation diese Grundideen der 15% Solutions. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie die Methode in Verbindung mit einer anderen Methode einsetzen. Beispiele:

  • Sie schließen einen Open Space mit 15% Solutions ab, um Folgeaktivitäten anzuregen.
  • Sie nutzen die Methode als Starter bei der gemeinsamen Erstellung von Roadmaps, um die gemeinsame Planungsreise zu initialisieren.
  • Sie aktivieren Teams, Kunden, Nutzer oder Stakeholder bei Sprint Reviews, um den Produkteinsatz zu fördern oder Feedbackkreise zu aktivieren.
  • oder im Rahmen von Design Thinking zur Einleitung der Ideation-Phase

Schritt 1: Erläutern Sie die Methode und stellen Sie die Aufgabe!

Wenn Sie 15% Solutions im Rahmen eines eigenständigen Workshops verwenden, begrüßen Sie die Teilnehmer:innen und führen Sie sie in den Workshop ein. Wenn Sie 15% Solutions als Ergänzung zu einer anderen Methode verwenden, gestalten Sie eine passende Überleitung.

Erläutern Sie das Prinzip der 15% Solutions und beschreiben Sie die zu lösende Aufgabe bzw. das angestrebte Ziel. Es ist wichtig, dass alle die Fragestellung, das Thema, die Zielsetzung bzw. die Aufgabe genau verstehen. Sind alle Rückfragen, wird es Zeit für Gedanken zur Umsetzung.

Praxistipps ...

Varianten ...

Download PDFDownload PDF

Jetzt Feedback geben und mitdiskutieren!

Wir würden uns über Ihre Bewertung und/oder einen Kommentar freuen ‒ nur so können wir Ihnen in Zukunft noch bessere Inhalte liefern.

Diese Funktion steht nur eingeloggten Nutzern zur Verfügung.
0 Kommentare anzeigen & selbst mitreden!
Gesamt
Bewertungen 1
Kommentare 0