zu 1) Erstellen einer Prognose über den AufwandAufwandAufwand (Projektmanagement) ist die Menge aller monetär quantifizierbaren Eingangsgrößen in ein Projekt, in ein Programm, in ein Projektportfolio oder in einen Teil eines Projekts.

DIN 69901-5

Die DIN 69901-5 fasst unter dem Begriff "Aufwandsschätzung" alle Prognosen über Kosten sowie den Bedarf an Ressourcen und ZeitZeitZeit ist eine der zentralen Steuerungsgrößen des Projektmanagements und bildet neben Kosten und Leistungsumfang im sog. Magischen Dreieck einen der drei Eckpunkte. Mittlerweile sind Qualität, Risiko und Nutzen als weitere Steuerungsgrößen etabliert. Je nach Projektart ist der Faktor Zeit besonders kritisch, z.B. im Veranstaltungsmanagement oder bei Wartungs- und Instandhaltungsprojekten. für Vorgänge, Arbeitspakete oder Projekte zusammen.

PMBOK(R) GuidePMBOK(R) GuideDer PMBOK® Guide ist die US-amerikanische Norm für Projektmanagement und wird vom Project Management Institute (PMI®) herausgegeben. 2008

Der PMBOK GuidePMBOK GuidePMBOK Guide ist eine Abkürzung von Guide to the Project Management Body of Knowledge trennt die Prozesse "Estimate Costs", "Estimate Activity Resources" und "Estimate Activity Durations" voneinander und kennt daher keine direkte Entsprechung zur Aufwandsschätzung gemäß DIN 69901-5.

Kompetenzbasiertes Projektmanagement (PM3) der GPM

Das Standardwerk der GPM definiert die Aufwandsschätzung als die Prognostizierung der für "die Durchführung eines Projekts erforderlichen EinsatzmittelEinsatzmittel" Einsatzmittel " war bis Januar 2009 der korrekte deutsche Begriff nach der mittlerweile nicht mehr gültigen DIN 69902 für den üblicherweise verwendeten Begriff der "Ressourcen". Gemeint ist mit beidem " Personal und Sachmittel, die zur Durchführung von Vorgängen, Arbeitspaketen oder Projekten benötigt werden" (DIN 69902:1987). … und Geldmittel" (Seibert, Siegfried: Kosten und FinanzmittelFinanzmittelFinanzmittel sind Ressourcen, die zur Deckung der in einem Projekt entstehenden Kosten dienen. Erst die Verfügbarkeit von Finanzmitteln (z.B. durch Anweisung auf ein für das Projekt reserviertes Konto) gewährleistet die Liquidität des Projekts. Die Definition oder Genehmigung eines Projektbudgets ist noch nicht gleichbedeutend mit dem Vorhandensein von Finanzmitteln. Ggf. kann z.B. eine Zwischenfinanzierung der Projektarbeit durch Kredite erforderlich sein - die dadurch entstehenden Finanzierungskosten müssen ebenfalls im Budget berücksichtigt werden. in: PM3, S. 768). Die Schätzung von Dauern zählt demgemäß nicht zur Aufwandsschätzung.

zu 2) Methode, um Aufwände zu prognostizieren

Die DIN 69901-3 benennt Aufwandschätzung als Projektmanagement-Methode. Als mögliche Schätzmethoden führt die DIN 69901-3 auf: Expertenschätzung, Delphi-Methode, Dreipunkt-Methode, Schätzklausur und Projektvergleich.

zu 3) Schätzwert für einen Aufwand

Umgangssprachlich wird der Begriff "Aufwandsschätzung" auch für das Ergebnis, d.h. den geschätzten ArbeitsaufwandArbeitsaufwand" Arbeitsaufwand " ist der in Einheiten von Arbeitszeit (Arbeitsstunden, Personentagen usw.) bemessene Personaleinsatz zur Durchführung eines Vorgangs, Arbeitspakets oder Projekts. oder die prognostizierten Kosten verwendet.

Erläuterungen und Kommentar

Um Verwechslungen zu vermeiden empfiehlt es sich, den Begriff "Aufwandsschätzung" ausschließlich für den Prozess der Prognoseerstellung zu verwenden. Für das Ergebnis und die Methoden sollte man eindeutige Begriffe wie z.B. "Schätzmethode" bzw. "Schätzwert" oder "geschätzter Aufwand" bevorzugen.

Für Verwirrung sorgt die unterschiedliche Interpretation des Schätzgegenstands. So kann mit "Aufwand" der Bedarf an Ressourcen (insbes. Personal, aber auch Sachmittel oder Infrastruktur), Finanzmittel oder Zeit bezeichnet werden. Darüber hinaus kann sogar mit "Aufwandsschätzung" der eigentlich anschließende Schritt der Kostenschätzung gemeint sein.

Es empfiehlt sich daher dringend, bei Verwendung des Begriffs "Aufwandsschätzung" immer den Schätzgegenstand explizit zu präzisieren, z.B. "Aufwandsschätzung (Personalbedarf)", oder direkt z.B. von "Schätzung des Arbeitsaufwands" zu sprechen.

Aufgrund des innovativen Charakters von Projekten ist es sehr schwierig, bei der Planung die voraussichtlichen Kosten und Arbeitszeiten zu bestimmen. Andererseits muss für die Erstellung eines Angebots oder eine WirtschaftlichkeitsrechnungWirtschaftlichkeitsrechnungWirtschaftlichkeitsrechnungen werden zur Beurteilung der betriebswirtschaftlichen Rentabilität von Projekten eingesetzt. Sie sind Berechnungsverfahren, die aus Investitionen, Kosten, Erlösen oder Gewinnen eines Projekts finanzielle Kenngrößen ermitteln. Der Vergleich dieser Kenngrößen erlaubt dann die Entscheidung für oder gegen bestimmte Projekte bzw. die Auswahl des betriebswirtschaftlich optimalen Szenarios. eine Aussage über die zu erwartenden Aufwände für die Erzielung des Projektergebnisses getroffen werden. Die meisten Richtlinien gehen deshalb von einem iterativen Vorgehen (grobe Aufwandsschätzung, endgültige KalkulationKalkulationKalkulation ist die Strukturierung, Schätzung und Berechnung von Kosten und Preisen für einen definierten Leistungsumfang.) aus.

Als Prognose weist das Ergebnis der Aufwandsschätzung immer entsprechende Unsicherheiten auf. Diese Unsicherheiten sollten in Form von optimistischen und pessimistischen Werten benannt werden.

Häufig finden Aufwandsschätzung in einem vorgegebenen KostenrahmenKostenrahmenKostenrahmen bezeichnet die Obergrenze des (genehmigten) Projektbudgets. Er stellt das Pendant zum Zeitrahmen eines Projekts dar. Mit Freigabe des Projektauftrags durch Auftraggeber oder Lenkungsausschuss wird der Kostenrahmen als und damit der finanzielle Spielraum im Projekt verbindlich festgesetzt. statt, der z.B. vom AuftraggeberAuftraggeberDer Auftraggeber eines Projekts ist der wichtigste Projektbeteiligte (Stakeholder). Er erteilt den Auftrag und ist der Vertragspartner, der über den Erfolg des Projekts endgültig entscheidet. gesetzt wird. In diesem Fall sind ggf. weitere Iterationen erforderlich, um die geschätzten Kosten der Durchführung, den LeistungsumfangLeistungsumfangLeistungsumfang ist die Menge aller Leistungen, die für die Abnahme eines Projekts verpflichtend zu erbringen sind. und die Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen.

Im Gegensatz zum Schätzgegenstand wird aus dem Kontext normalerweise unmissverständlich klar, wofür der Aufwand geschätzt wird. Alle PM-Richtlinien gehen davon aus, dass Aufwände für Aktivitäten, d.h. Vorgänge, Arbeitspakete oder Projekte geschätzt werden. Selbst PRINCE2PRINCE2PRINCE2 ® ist ein vollständiges Projektmanagement-System, bestehend aus Prozessdefinitionen, Rollenbeschreibungen, Vorlagen für Management-Produkte und Methoden. Das Akronym "PRINCE" steht für "PRojects IN Controlled Environment"., das explizit die Produktorientierung als Prinzip hat, macht hiervon keine Ausnahme. In der Praxis sind jedoch häufig Aufwands- oder Kostenschätzungen anhand von Leistungsverzeichnissen üblich. Dies bedeutet, dass der für die Erstellung eines bestimmten Produkts erforderliche Aufwand geschätzt wird. Insbesondere im BauprojektmanagementBauprojektmanagementBauprojektmanagement ist das Planen, Überwachen und Steuern der Erstellung oder der baulichen Veränderung von Gebäuden bis zur Abnahme durch den Bauherrn. Im Lebenszyklus eines Bauwerks wechseln sich Phasen des Bauprojektmanagements und des Facility Managements (Betrieb) ab. ist dies die dominierende Herangehensweise zur Aufwandsschätzung.

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