Theory of Constraints

Abkürzungen

Theory of Constraints (TOC) ist ein auf Engpassressourcen fokussiertes, kybernetisches Modell des wirtschaftlichen Handelns. Es wurde seit 1980 von Eliyahu M. Goldratt (1947-2011) und seinen Mitarbeitern als Grundlage ihrer Beratungsarbeit entwickelt und 1990 in geschlossener Form publiziert (Goldratt, Eliyahu M.: What is This Thing Called Theory of Constraints and How Should It Be Implemented?, 1990, Great Barrington ( MA, USA), North River Press). Internationale Beachtung fand TOC vor allem durch den Wirtschaftsroman "The Goal" (Cox, Jeff und Goldratt, Eliyahu M.: The Goal: A Process of Ongoing Improvement, 1. Aufl. 1984, Great Barrington ( MA, USA), North River Press).

Theory of Constraints

Abkürzungen

Theory of Constraints (TOC) ist ein auf Engpassressourcen fokussiertes, kybernetisches Modell des wirtschaftlichen Handelns. Es wurde seit 1980 von Eliyahu M. Goldratt (1947-2011) und seinen Mitarbeitern als Grundlage ihrer Beratungsarbeit entwickelt und 1990 in geschlossener Form publiziert (Goldratt, Eliyahu M.: What is This Thing Called Theory of Constraints and How Should It Be Implemented?, 1990, Great Barrington ( MA, USA), North River Press). Internationale Beachtung fand TOC vor allem durch den Wirtschaftsroman "The Goal" (Cox, Jeff und Goldratt, Eliyahu M.: The Goal: A Process of Ongoing Improvement, 1. Aufl. 1984, Great Barrington ( MA, USA), North River Press).

Die Einfachheit des Modells erlaubt seine Anwendung in der strategischen Unternehmensplanung bis hin zu operativen Entscheidungsfindungen. Erster Ausgangspunkt ist die Systemdefinition der Kybernetik: Ein System besteht aus Elementen, die miteinander in Wechselwirkung stehen und durch eine Grenze von anderen Elementen und Systemen getrennt sind.

Zweiter Ausgangspunkt ist die implizite (nicht benannte) Annahme, dass wirtschaftliche Systeme nur erfolgreich sind, wenn sie wachsen. Deshalb konzentriert sich die TOC bei ihrer Systemanalyse auf die Grenzen des betrachteten Systems und auf die Frage, wie sie erweitert werden können.

Die Grundaxiome der TOC sind:

POOGI: Der Grundprozess der Theory of Constraints

Unmittelbar auf die Engpässe (Constraints) konzentriert ist der aus fünf Schritten bestehende Grundprozess der TOC:

  1. Identify the constraint (Identifizierung des Enpasses)
  2. Exploit the contraint (Engpass maximal nutzen)
  3. Subordinate everything else to the constraint (Alles auf den Engpass ausrichten)
  4. Elevate the contraint (Engpass verbreitern / EngpassressourceEngpassressourceEine Engpassressource ist die Ressource, deren Leistungsfähigkeit die Prozessgeschwindigkeit bestimmt bzw. begrenzt. Im Projektmanagement wird diese auch als "kritische Ressource" bezeichnet, wobei die Bezeichnung eine Verbindung zum kritischen Weg herstellt. Engpassressourcen sind entweder Vorgängen auf dem kritischen Weg zugeordnet oder verschieben den kritischen Weg im Projektablauf auf sich. erhöhen)
  5. Go back to Step One (Den nächsten Engpass identifizieren: Wieder mit Schritt 1 beginnen)

Dieser Prozess wurde von Goldratt "Process Of On-Going Improvement", abgekürzt "POOGI" genannt.

Methoden der Theory of Constraints

Zu den Methoden der TOC zählt der sogenannte "Logik-Baum", der als Variante bzw. Mischung von Ishikawa-DiagrammIshikawa-DiagrammDas nach seinem Erfinder, dem Japaner Kaoru Ishikawa, benannte Diagramm ist die Visualisierung eines Problemlösungsprozesses, bei dem nach den primären Ursachen eines Problems gesucht wird. Das Ishikawa-Diagramm wird auch "Ursache-Wirkungs-Diagramm" genannt und zählt zu den sogenannten "Sieben Qualitätswerkzeugen"., Multiple Cause Diagramm und Funktions-/Objektmodellierung gelten kann. Im Wesentlichen sind es die drei Logikbäume "Current Reality Tree", "Future Reality Tree" und "Transition Tree", die den Optimierungsprozess nach TOC begleiten. Ergänzend werden das "Conflict Resolution Diagram" (Konfliktwolke), der "Negative Branch" (Negativer Zweig) und der "Prerequisite Tree" (Voraussetzungsbaum) eingesetzt.

Diese Methoden werden auch als die Denkprozesse der Theory of Constraints bezeichnet.

Die wichtigsten Einsatzgebiete von TOC sind Supply Chain Management, Prozessoptimierung, und Projektmanagement mit der Critical-Chain-Methode.

Erläuterungen und Kommentar

Die Theory of Constraints gewinnt international zunehmend an Aufmerksamkeit und wird von immer mehr Beratungsunternehmen angeboten. Ein wichtiger Grund dafür ist wohl die scheinbare Einfachheit des Analyse- und Optimierungsansatzes. Während z.B. Six SigmaSix SigmaSix Sigma ist ein Vorgehensmodell des Qualitätsmanagements , das auf die Eliminierung von Abweichungen fokussiert ist. Die Namensgebung beschreibt die Zielvorgabe, die unvermeidbare Variation (in der Statistik wird diese mit dem griechischen Buchstaben "sigma" bezeichnet) in der Qualität des Produkts oder eines Prozesses so zu reduzieren, dass sie nur noch ein Sechstel der erlaubten Abweichung beträgt. Dies bedeutet, dass auf 1 Million Produkte (oder Dienstleistungen) nur noch 3 bis 4 Fehler auftreten dürfen. nach mehreren Ursachen für Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten sucht, reduziert die TOC die Problemstellung auf die Suche nach dem einen Engpass.

Die Behauptung, dass die Leistungsfähigkeit eines Systems immer von genau einem Engpass bestimmt wird, trägt einerseits zur Attraktivität des Beratungsansatzes bei, ruft andererseits aber auch Skepsis bei den potentiellen Anwendern hervor. Diese Skepsis wird verstärkt durch die Beschreibung der TOC nicht in fachlich-neutraler Darstellung, sondern in Romanform, wie "The Goal", "The Race", "Critical Chain" und "It's not Luck" durch Goldratt.

Es erscheint daher logisch, dass die Herangehensweisen und Methoden in Verbindung mit TOC mit jeder neuen Publikation komplexer und umfangreicher wurden und werden mussten, um Akzeptanz zu finden. So entstand z.B. das KonzeptKonzeptNach der Formulierung des Projektziels, das bewusst lösungsneutral gehalten werden soll, steht die Suche nach Lösungsmöglichkeiten für die Aufgabenstellung. Für die aussichtsreichsten Lösungen werden dann Konzepte entwickelt, die den konkreten Lösungsweg beschreiben. der sog. "Virtual Drum", bei dem nicht mehr ein realer Produktionsschritt, sondern ein abstrakter Managementprozess den Engpass darstellt. Auch die Integration der TOC mit anderen Methoden des Prozess- und Qualitätsmanagements lässt erkennen, dass sich die Hauptthese vom einzigen Engpass, der überwunden werden muss, nicht in Reinform halten lässt.

Für das Projektmanagement hat die TOC ihre Bedeutung durch das Konzept des Critical Chain Project Managements, das eine stark ressourcenorientierte Planung und SteuerungSteuerungPlanen, Überwachen und Steuern sind die Haupttätigkeiten des/der Projektmanager(in). Überwachung und Steuerung sind eine untrennbare Einheit, "Controlling" integriert sie weitgehend zu einem einzigen Begriff. Dabei umfasst Controlling alle Aspekte der Überwachung. Steuerung kann jedoch deutlich über Controlling hinausgehen, insbesondere wenn man den in der HOAI definierten Begriff der Projektsteuerung (s.d.) betrachtet. zur Grundlage hat, um die Dimension ZeitZeitZeit ist eine der zentralen Steuerungsgrößen des Projektmanagements und bildet neben Kosten und Leistungsumfang im sog. Magischen Dreieck einen der drei Eckpunkte. Mittlerweile sind Qualität, Risiko und Nutzen als weitere Steuerungsgrößen etabliert. Je nach Projektart ist der Faktor Zeit besonders kritisch, z.B. im Veranstaltungsmanagement oder bei Wartungs- und Instandhaltungsprojekten. zu optimieren. Aber auch hier muss der Beitrag von TOC in Relation zu den anderen Dimensionen wie Kosten, Qualität, LeistungsumfangLeistungsumfangLeistungsumfang ist die Menge aller Leistungen, die für die Abnahme eines Projekts verpflichtend zu erbringen sind., RisikoRisikoRisiko ist ein eventuelles, hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung bewertetes, zukünftiges Ereignis, das bei seinem Eintreten ursächlich eine Abweichung der Ist-Daten von den Plandaten bewirken würde. und Geschäftsnutzen gesehen werden.

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