Projektingenieur:in

Ein:e Projektingenieur:in ist eine in der produzierenden Industrie häufig anzutreffende Fachkraft mit einer Ausbildung in einer Ingenieurwissenschaft, die ein technisches Projekt oder Teilprojekt leitet.

Projektingenieur | Definition, Qualifikation, Gehalt

Projektingenieur:in

Ein:e Projektingenieur:in ist eine in der produzierenden Industrie häufig anzutreffende Fachkraft mit einer Ausbildung in einer Ingenieurwissenschaft, die ein technisches Projekt oder Teilprojekt leitet.

Projektingenieur | Definition, Qualifikation, Gehalt

Herkunft des Titels

Der Begriff "Projektingenieur:in" stammt ursprünglich aus dem Anlagenbau, da dieser schon früh damit begann, seine Vorhaben in Form von Projekten voranzutreiben. Der Anlagenbau bezeichnet Ingenieur:innen, die Anlagen planen, entwickeln und in Betrieb nehmen, von jeher Projektingenieur:innen (siehe: Gute Gründe, Projektingenieur VDI zu werden, S.10).

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Begriff auch in der produzierenden Industrie durchgesetzt. Dort handelt es sich bei vielen Projektmanager:innen um ausgebildete Ingenieur:innen.

Berufsbild und Aufgaben 

Die Tätigkeiten von Projektingenieur:innen sind projektspezifisch und können je nach Branche, Unternehmen und eben Art und Größe des Projekts variieren. Bei kleinen Projekten können Projektingenieur:innen als Fachkraft inhaltlich mit im Projekt arbeiten. Das geschieht beispielsweise häufig im Maschinen- und Anlagenbau, wo Komponenten oft entsprechend den Kundenwünschen neu entwickelt werden. 

Ab einer gewissen Größe des Projekts beschränkt sich die Tätigkeit auf die Aufgaben der Projektleitung, inklusive der Führung des Projektteams, dass das Vorhaben direkt umsetzt (siehe auch den Glossarbegriff Projektmanager). In Großprojekten führen Projektingenieur:innen ein Team aus Teilprojektleiter:innen, die jeweils eigene Teams führen.

Agile Engineering

Agile Methoden können auch im Maschinenbau sinnvoll und nützlich eingesetzt werden – behaupten Philipp Hecker und Prof. Dr. Arthur Kolb.

Kämpfen Sie sich auch gerade durch ein Projekt? Erschweren liegen gebliebene Aufgaben, Zeitnot und fehlende Vereinbarungen Ihren Projektalltag? Dann ist es Zeit, etwas dagegen zu tun. Dipl.-Ing.

Der hervorragende internationale Ruf des deutschen Maschinenbaus beruht auf der hohen Qualität seiner Produkte.

In welchen Bereichen arbeiten Projektingenieur:innen?

Projektingenieur:innen arbeiten als Projektleitung in so gut wie jedem Sektor der produzierenden Industrie, häufig in folgenden Branchen:

  • Chemie/Pharma 
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Logistik 
  • Elektrotechnik 
  • Automotive 
  • Bauwesen 
  • Kunststoffindustrie
  • IT und Forschung 
  • Luft- und Raumfahrttechnik
  • Unternehmensberatung

Projektingenieur:innen mit einigen Jahren Erfahrung in der Projektleitung können in der Regel problemlos in die Beratung, ein Ingenieurbüro oder den Vertrieb wechseln.

Welche Qualifikationen benötigen Projektingenieur:innen?

Projektingenieur:innen haben eine Ingenieurwissenschaft studiert, z.B. Maschinenbau, Pharma, Fahrzeug- oder Elektrotechnik. Wer bereits im Studium Module zum Thema Projektmanagement absolviert, steigert seine Chancen um ins Projektmanagement einzusteigen. 

Teil 1:
Die Institutionen und ihre Standards

Sie möchten eine Projektmanagement-Zertifizierung absolvieren und sind im Dschungel der verschiedenen Zertifizierungsangebote, -level und Anforderungen verloren? Diese zweiteilige Artikelserie bringt Licht in den Zertifizierungsdschungel. Im ersten Teil erhalten Sie einen umfassenden Überblick über die Zertifizierungen der drei großen Anbieter IPMA®, PMI® und AXELOS Ltd. – inklusive der agilen Zertifizierungen der Platzhirsche.

Diese zweiteilige Artikelserie bringt Licht in den Zertifizierungsdschungel.

Die Verantwortung für ein Projekt erhalten die meisten Ingenieur:innen erst nach mehreren Jahren Berufserfahrung, z.B. nachdem sie als Teammitglied in mehreren Projekten Erfahrung gesammelt haben. Eine weitere Möglichkeit ist der Einstieg als Trainee im Projektmanagement; diese ist besonders bei Bachelor-Absolventen beliebt. Ein anderer Weg zum Erwerb der nötigen Qualifikation sind berufsbegleitende Weiterbildungen wie der Zertifikationslehrgang "Projektingenieur VDI" (siehe den Erfahrungsbericht eines Teilnehmers) und Projektmanagement-Zertifizierungen.  

Zum Führen eines Projektteams und für den Umgang mit Kunden und Stakeholdern benötigen Projektingenieur:innen viel Menschenkenntnis, Kommunikationsgeschick und Durchsetzungsvermögen. Zudem sind gerade bei großen Projekten Belastbarkeit, Selbstsicherheit, zeitliche und örtliche Flexibilität, Durchsetzungsvermögen und Resilienz nützliche Eigenschaften. 

Für internationale Projekte oder für den Umgang mit ausländischen Kunden sind sehr gute Business-Englisch-Kenntnisse ein Muss. Dazu kommen interkulturelle Kompetenz und Auslandserfahrung sowie idealerweise weitere Fremdsprachenkenntnisse. 

Was verdienen Projektingenieur:innen?

Die Webseite get-in-Engineering.de beziffert das durchschnittliche Einstiegsgehalt 2021 für Master-Absolvent:innen auf 46.500 Euro und 41.900 Euro für solche mit Bachelor-Abschluss. Die Seite Campusjäger.de nennt minimal geringere Einstiegsgehälter (46.200 Euro für Master- und 40.550 Euro für Bachelor-Absolvent:innen)

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Was verdient man im Projektmanagement?

Nach drei bis fünf Jahren Erfahrung im Projektmanagement kann das Gehalt über 60.000 Euro betragen laut get-in-Engineering. Führungskräfte können hier nach sechs bis zehn Jahren auf ein Gehalt zwischen 65.400 und 87.100 Euro kommen.

Campusjäger.de liefert die Gehälter für Ingenieur:innen, die sich nach einigen Jahren Ingenieurstätigkeit für den Einstieg ins Projektmanagement entscheiden. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt für jemanden mit weniger als fünf Jahren im Beruf beträgt hochgerechnet auf das Jahr 47.160 Euro, bei fünf bis zehn Jahren Praxiserfahrung beträgt es 51.840 Euro. Erst bei über zehn Jahren Erfahrung übersteigt das durchschnittliche Einstiegsgehalt 60.000 Euro (63.600).

Der Vergleich zeigt, dass die Gehälter von Projektingenieur:innen, die früh ins Projektmanagement einsteigen und dort den Weg zur Führungskraft einschlagen, deutlich schneller ansteigen als die von Projektingenieur:innen, die länger fachlich arbeiten. 

Was ist der Unterschied zwischen Projektingenieur:innen und Projektmanager:innen?

Projektingenieur:innen besitzen aufgrund Ihrer fachlichen Ausbildung ausgeprägte technische Grundlagen. Diese Fachkenntnisse verschaffen ihnen in technischen Projekten einen Vorteil gegenüber Projektleiter:innen oder Projektmanager:innen, deren technischer Hintergrund in der Regel schwächer ausgeprägt ist. Ihr Fachwissen zahlt sich insbesondere bei umfangreichen und technisch komplexen Projekten aus (z.B. in der Entwicklung).

Hier können Projektingenieur:innen das Wissen der anderen beteiligten Expert:innen fachlich beurteilen und gut in ihre Planungen usw. einbeziehen, zudem kennen sie z.B. die spezifischen technischen Stolpersteine. Das verschafft ihnen einen Vorteil bei der Akzeptanz gegenüber Teilprojektleiter:innen und Teammitgliedern. Da es Projektingenieur:innen leichtfällt, die Sichtweisen der Technik zu verstehen, fällt ihnen häufig die Vermittlerrolle zwischen Management und Technik zu.

Gratwanderung zwischen Technik und Management

Durch ihren ausgeprägten technischen Hintergrund sind sie allerdings auch besonders gefährdet, in die typische Falle aller Führungskräfte zu tappen: Ihnen droht, dass sie sich in den (technischen) Details verzetteln und darüber ihre Leitungsfunktion vernachlässigen.

Die besondere Herausforderung für Projektingenieur:innen besteht darin, die Balance zwischen ihrem Selbstverständnis als Techniker:in und ihrer Rolle als Projektverantwortliche zu meistern. Für einige ist es eine Gratwanderung, ihr fachliches Wissen einzubringen und gleichzeitig die Erfordernisse der Projektleitung zu erfüllen, und so den größtmöglichen Beitrag zum Projekterfolg beizutragen.

In der Praxis können Projektingenieur:innen auch Teil eines Teams von Projektverantwortlichen sein und in das Programm- und Portfoliomanagement ihre technische Perspektive einbringen, z.B. als Teilprojektleitung bei einem Großprojekt.

Wie werde ich Projektingenieur:in?

Projektingenieur:innen haben eine Ingenieurwissenschaft studiert, und währenddessen idealerweise Module zum Projektmanagement besucht. Absolvent:innen können anschließend direkt als Trainees in das Projektmanagement einsteigen. Wer zunächst die Fachlaufbahn wählt, kann später berufsbegleitende Lehrgänge besuchen und Projektmanagement-Zertifizierungen erwerben.  

Weitere Informationen

Was verdiene ich als Projektingenieur:in?

Das durchschnittliche Einstiegsgehalt liegt aktuell bei ca. 46.500 Euro (Master-Absolvent:innen) bzw. 40.550-41.900 Euro (Master-Absolvent:innen). Mit 3-5 Jahren Erfahrung im Projektmanagement kann das Gehalt über 60.000 Euro betragen. Ingenieur:innen, die ähnlich lange rein fachlich bearbeitet haben und ins Projektmanagement einsteigen wollen, erhalten ein deutlich niedrigeres Gehalt von ca. 47.160 Euro.

Weitere Informationen

Was ist der Unterschied zwischen Projektingenieur:innen und Projektmanager:innen?

Die besondere Herausforderung für Projektingenieur:innen besteht darin, die Balance zwischen ihrem Selbstverständnis als Techniker:in und ihrer Rolle als Projektverantwortliche zu meistern, also ihr fachliches Wissen einzubringen und gleichzeitig die Erfordernisse der Projektleitung zu erfüllen. 

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