Discovery & Action Dialogue (DAD) (Liberating Structures)

Discovery & Action Dialogue (DAD) ist eine Moderationstechnik für die Arbeit in Teams zwischen fünf und 15 Personen. Kern der Methode sind die Fragen und die aktivierende Fragetechnik. Diese fördert die Betrachtung des Problems aus verschiedenen Perspektiven und das lösungsorientierte Denken. Das problemoffene und handlungsorientierte Setup ermöglicht es, für hartnäckige Probleme im Rahmen eines Workshops Lösungsansätze zu erarbeiten.

Methode Discovery & Action Dialogue

Discovery & Action Dialogue (DAD) (Liberating Structures)

Discovery & Action Dialogue (DAD) ist eine Moderationstechnik für die Arbeit in Teams zwischen fünf und 15 Personen. Kern der Methode sind die Fragen und die aktivierende Fragetechnik. Diese fördert die Betrachtung des Problems aus verschiedenen Perspektiven und das lösungsorientierte Denken. Das problemoffene und handlungsorientierte Setup ermöglicht es, für hartnäckige Probleme im Rahmen eines Workshops Lösungsansätze zu erarbeiten.

Methode Discovery & Action Dialogue

Einsatzmöglichkeiten

  • Gestaltung eines moderierend strukturierenden Ablaufs von Meetings, um inhaltlichen Problemen zu begegnen und die Teilnehmenden zum lösungsorientierten Handeln zu führen
  • Diskussionsrunden in Workshops, um aufkommende oder wiederkehrende Probleme strukturiert zu behandeln
  • Anwendung in klärungsbedürftigen Alltagssituationen als allgemeine, lösungsorientierte Herangehensweise zur Problembehandlung und Verbesserung

Discovery & Action Dialogue unterstützt Sie bei der Gestaltung und Moderation von Besprechungen, ist jedoch nicht auf alle Gesprächssituationen anwendbar und erfordert eine gute Vorbereitung. Die Herangehensweise ist auf viele weitere Situationen übertragbar, z.B. auch für Selbstreflexionen. In der Selbstreflexion können wir uns die Fragen zu einem uns betreffenden Thema selber stellen, um so die positive Wendung zu unterstützen (z.B.: "Warum schaffe ich es nicht, zum Zahnarzt zu gehen?").

Die empfohlene Gruppengröße beträgt fünf bis 15 Personen. Abhängig von Komplexität des Themas und Routine der Gruppe mit der Methode sollten Sie mit einer Dauer von 30 bis 90 Minuten planen.

Ergebnisse
  • Dokumentierte Hinweise, Einsichten und Vorschläge der Teilnehmenden
  • Umfassende und objektive Sicht der Beteiligten auf mögliche Lösungswege
  • Erkenntnisse über die möglichen Ursachen eines Problems
  • Grundlage für Entscheidungen über das weitere Vorgehen und zu ergreifende Maßnahmen
Vorteile
Das systematische Frageschema kann festgefahrene Denkmuster durchbrechen und so zu neuen Lösungsansätzen führen.
Die einfache Herangehensweise lässt sich in vielen Situationen verwenden.
DAD erfordert geringen Aufwand und ist auch spontan einsetzbar.
Der regelmäßige Einsatz von DAD unterstützt eine nachhaltige Verbesserung der Besprechungs-Kultur hin zu Reflektiertheit, Sachlichkeit, Fehlertoleranz und Lösungsorientierung.
Grenzen, Risiken, Nachteile
Nicht alle Themen oder Aufgabenstellungen eigenen sich für diese Methode. Wenn z.B. der Lösungsansatz bereits beschlossen ist, hat es keinen Sinn mehr, die Situation grundsätzlich zu reflektieren.
Je komplexer das Thema ist, desto anspruchsvoller ist die Umsetzung der Methode. Eventuell ist es hilfreich, komplexe Themen in kleinere Fragestellungen zu zerteilen.
Die Methode ist zwar leicht verständlich, dies bedeutet jedoch nicht, dass sie leicht anzuwenden ist. Die angebotenen Fragestellungen müssen bei Bedarf situativ, manchmal auch spontan angepasst werden.
Voraussetzungen
  • Die relevanten Personen sind im Meeting mit dabei. So können die Fragen auch aus direkter Quelle beantwortet und thematische Rückfragen geklärt werden.
  • Die Teilnehmenden sind bereit, sich auf diese Art der Auseinandersetzung mit einem Thema einzulassen.
  • Es wurden vorab keine konkreten Aktionen beschlossen. Es besteht eine realistische Möglichkeit, das weitere Vorgehen zu beeinflussen.
Qualifizierung

Es sind keine speziellen Kenntnisse erforderlich. Der:die Moderator:in muss über Moderationserfahrung verfügen und mit der Methode vertraut sein.

Benötigte Informationen
  • Klar formuliertes Thema bzw. Aufgabenstellung
  • Ausreichende Informationen über das Thema und seinen Hintergrund, um über den Einsatz der Methode entscheiden zu können
  • Erfahrungen, Best Practices und Knowhow der Teilnehmenden
Benötigte Hilfsmittel
  • Bei Gruppenarbeit vor Ort: Ein ausreichend großer Raum, in dem die Teilnehmer: innen stehen oder sitzen und sich ungehindert bewegen können
  • Die typischen Hilfsmittel zur Moderation, wie z.B. Flip Chart oder Moderationswand mit Stiften in ausreichender Anzahl
  • Bei virtuellen Workshops benötigen Sie eine Video-Konferenz-Software sowie eine Möglichkeit, das Besprochene transparent zu dokumentieren. So können Sie virtuelle Whiteboards oder Office-Suiten einsetzen, die eine gleichzeitige Bearbeitung durch mehrere Personen zulassen.
  • Für die Moderation und (optional) für die teilnehmenden Personen eine Liste der möglichen Fragen und/oder Hinweise auf die grundsätzliche Fragetechnik
Herkunft

Discovery & Action Dialogue gehört zu den aktuell 33 sogenannten "Liberating Structures", die Keith McCandless und Henri Lipmanowicz seit 2002 zusammenstellen.

Durchführung: Schritt für Schritt

Discovery & Action Dialogue unterstützt Sie bei der Gestaltung und Moderation von Besprechungen, ist jedoch nicht auf alle Gesprächssituationen anwendbar und erfordert eine gute Vorbereitung.

Die Methode beruht auf einer Liste von sachbezogenen und aktivierenden Fragen. Henri Lipmanowicz and Keith McCandless, die Autoren der Liberating Structures, haben diese Fragen zusammen mit einer Reihe weitere Berater:innen entwickelt (Lipmanowicz, Henri and McCandless, Keith: Discovery & Action Dialogue (DAD). Discover, Invent, and Unleash Local Solutions to Chronic Problems).

Die Originalfragen der Methode lauten, frei übersetzt:

  • Wie haben Sie das Problem erkannt? Wie zeigt sich das Problem?
  • Wie tragen Sie wirksam zur Lösung des Problems bei?
  • Was hält Sie davon ab, Maßnahmen zu ergreifen, die das Problem beheben?
  • Kennen Sie eine Person / Gruppe, die in der Lage ist, ein Problem wie dieses zu lösen oder in der Vergangenheit gelöst hat? Durch welche Verhaltensweisen oder Praktiken wurde es gelöst?
  • Haben Sie eine Idee?
  • Was muss getan werden, damit die Idee(n) umgesetzt werden können? Gibt es Freiwillige dazu?
  • Wer sonst muss involviert werden?

Überlegen Sie, ob die beteiligten Personen dazu bereit sind, mit dieser Methode zu arbeiten und ob das Thema dazu geeignet ist. Wenn z.B. kontroverse Positionen zum Thema bestehen, kann mit DAD kaum ein Konsens für einen Lösungsansatz gefunden werden.

In Tabelle 1 (siehe unten, Schritt 3) finden Sie Erläuterungen zu den einzelnen Fragen, die Ihnen bei der Beurteilung helfen, ob DAD geeignet ist, das Thema zu behandeln. Wenn Sie sich nicht sicher sind, empfehle ich Ihnen, den Einsatz der Methode mit der Gruppe abzusprechen.

Beispiel: Bestellung von höhenverstellbaren Tischen

Ein Konzern möchte für einen Bereich die bisherigen Tische durch höhenverstellbare Tische ersetzen. Die Tische wurden aus dem Bereich beantragt und genehmigt. Allerdings ist unbekannt, wann und in welcher Reihenfolge das Stockwerk mit den neuen Tischen versorgt wird. Zwei Personen im Team sind im Austausch mit der Beschaffungsabteilung.

Im regulären Jour-Fixe wird die Angelegenheit zum Dauerbrenner: Seit Wochen steht das Thema: "höhenverstellbare Bürotische" auf der Agenda. Es will nicht vorwärts gehen. Na gut, die Teilnehmenden empfinden das Thema als nicht allzu wichtig. Es werden noch weitere, wichtigere Themen besprochen. Stille Zustimmung bei den Teilnehmenden – vielleicht gibt es nächste Woche relevante Änderungen. Und außerdem sind ja zwei verantwortliche Personen benannt.

Das Ergebnis des Tagesordnungspunkts: Der Status bleibt unbekannt, die bisherige Raumsituation bleibt erhalten.

Schritt 1: Starten Sie das Meeting und erklären Sie Ihre Rolle!

Starten Sie mit einem Warm-up, insbesondere wenn der Discovery & Action Dialogue die erste Einheit im Workshop oder beim Meeting ist. Damit schaffen Sie eine lockere Atmosphäre und Ihre Gäste können sich in die Gruppensituation einfinden. Ein Warm-up fördert zudem die Zusammenarbeit auf Augenhöhe. In der Methodenbeschreibung Warm-ups für Online-Meetings finden Sie Beispiele für Warm-ups, die Sie bei Online-Meetings verwenden können.

Stellen Sie die Tagesordnung vor, sodass sich alle in den zu behandelnden Themen wiederfinden oder gegebenenfalls ergänzende Information zur Übersicht beitragen können. Falls sinnvoll möglich, können Sie die Themen in Cluster strukturieren, z.B. nach Relevanz oder nach inhaltlichen Zusammenhängen. Listen Sie die Tagesordnungspunkte dementsprechend auf einem Board auf, das alle sehen können und somit die Orientierung über das Meeting behalten.

Stellen Sie anschließend die Methode Discovery & Action Dialogue (DAD) vor. Schließlich folgt DAD einem eigenen Ablauf, der im Wesentlichen durch die Fragen bestimmt wird. Stimmen Sie die Teilnehmenden darauf ein, dass es keine übliche Besprechung wird, sondern ein handlungsorientiertes Format, bei dem sie selbst im Mittelpunkt stehen. Erklären Sie dem Team, dass Sie als Facilitator in erster Linie interviewend und weniger moderierend tätig sind. Natürlich behalten Sie die Gruppe und die Zeit weiter im Blick.

Sie können DAD auch gezielt für einzelne Tagesordnungspunkte einsetzen und für die restlichen Punkte im gewohnten Meeting Format bleiben.

Im Folgenden erläutere ich den Discovery & Action Dialogue hauptsächlich anhand des oben dargestellten Beispiels, um den Ablauf lebendig und nachvollziehbar zu machen. Der rein formale Ablauf ist sehr einfach und weitgehend selbsterklärend.

Praxistipps ...

Aufgabengebiete

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