Regelmäßig Entscheidungen zu fällen, gehört zu Ihrem Arbeitsalltag als Projektleiter. Dies fängt mit der für Sie persönlich wichtigsten Entscheidung an, ob Sie einen ProjektauftragProjektauftragMit dem Projektauftrag autorisiert der Auftraggeber den Projektmanager, das Projekt oder eine Phase des Projekts durchzuführen. Statt Projektauftrag werden auch Begriffe wie Project Charter, Projektvertrag, Projektleitdokumentation oder Projektvereinbarung verwendet. annehmen oder nicht, und geht mit Fragen weiter, wie z.B. "Welche Termine muss ich wahrnehmen, welche kann ich verschieben und welche kann ich absagen?" Sie müssen entscheiden, welche Aufgaben Sie welchen Projektmitarbeitern übertragen und wie Sie auf Terminverzögerungen reagieren. Auch müssen Sie Entscheidungen treffen, die das Projekt als Ganzes angehen, z.B. einen Unterauftragnehmer für ein ArbeitspaketArbeitspaketEin Arbeitspaket beschreibt eine zu erbringende Leistung innerhalb eines Projekts, die von einer einzelnen Person oder organisatorischen Einheit bis zu einem festgelegten Termin mit vereinbartem Aufwand geliefert werden kann. Ein Arbeitspaket kann eine interne Struktur aufweisen, deren Elemente aber aus Sicht der Projektleitung nicht einzeln betrachtet werden müssen, sondern als "Paket" gehandhabt werden können. Für jedes Arbeitspaket muss es einen Verantwortlichen geben. Ein Arbeitspaket kann somit als "Mini-Projekt" innerhalb des Projekts betrachtet werden. einzukaufen.

Der Projektauftrag legt fest, was Sie als Projektleiter selbst entscheiden dürfen und bei welchen Entscheidungen Sie den Auftraggeber oder den LenkungsausschussLenkungsausschussDer Lenkungsausschuss ist das verbindende Gremium zwischen Projekt- und Unternehmensorganisation. Seine Funktion und Rolle ist jedoch nicht einheitlich festgelegt. beteiligen müssen. Diese Festlegung bildet Ihren Entscheidungsspielraum, steckt aber andererseits auch Ihre VerantwortungVerantwortungVerantwortung besteht aus den drei untrennbaren Bestandteilen Aufgabe, Befugnis und Rechenschaftspflicht. Es ist also nicht möglich, für die Durchführung einer Aufgabe ohne die entsprechenden Befugnisse (z.B. Zeichnungsrecht, Weisungsrecht) verantwortlich zu sein (sog. Kongruenzprinzip). Ebenso bedeutet Verantwortung, dass aus falschem Handeln oder Nicht-Handeln Konsequenzen wie z.B. Vertragsstrafen oder disziplinarische Strafen erwachsen. für die Entscheidungen und deren Folgen ab. Auch bei Entscheidungen, die Sie nicht alleine treffen können, wird von Ihnen erwartet, dass Sie die Entscheidung entsprechend vorbereiten – und dafür heißt es dann ebenfalls Entscheidungen zu treffen. Eine solche Entscheidung kann z.B. sein, dem Lenkungsausschuss vorzuschlagen, den Projektumfang zu reduzieren, um den Termin für den ProjektabschlussProjektabschlussDer Projektabschluss umfasst diejenigen Tätigkeiten eines Projekts, die dazu dienen, alle Projektprozesse und Projektmanagementprozesse zu beenden und die Abnahme des Projekts herbeizuführen zu halten.

Welche Entscheidungen Sie treffen, wird dabei wesentlich davon beeinflusst, welche innere Einstellung Sie gegenüber Unsicherheiten und Risiken haben.

In diesem Artikel erfahren Sie,

  • welche Entscheidungstypen es in Reinform gibt,
  • welche Vor- und Nachteile jeder Entscheidungstyp in sich birgt,
  • wie Sie durch eine Selbstanalyse erkennen, welche Entscheidungstypen in Ihrer Persönlichkeit überwiegen, und
  • wie Sie Ihre Entscheidungen bewusster treffen und Fehlentscheidungen vermeiden können.

Das eigene Entscheidungsverhalten entscheidet mit

Entscheidungen haben immer auch eine emotionale Seite, denn Unsicherheit und RisikoRisikoRisiko ist ein eventuelles, hinsichtlich Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung bewertetes, zukünftiges Ereignis, das bei seinem Eintreten ursächlich eine Abweichung der Ist-Daten von den Plandaten bewirken würde. können bei einer Entscheidung nur bis zu einem gewissen Grad verringert werden. Zwei Menschen treffen in der gleichen Situation nur selten dieselbe Entscheidung. Persönliche Erfahrungen und eine unterschiedliche Wahrnehmung der Situation beeinflussen die Entscheidung. Deshalb ist jede Entscheidung auch immer subjektiv. Das eigene Entscheidungsverhalten zu kennen, ist ein erster Schritt, die eigenen Entscheidungen zu objektivieren.

Es gibt sechs typisierte Verhaltensweisen beim Treffen von Entscheidungen, die jeweils die Entscheidungen in eine bestimmte Richtung beeinflussen. Jeder Mensch trägt alle Aspekte der hier dargestellten typisierten Verhaltensweisen in unterschiedlich starker Ausprägung in sich. Optimal wäre es, dass bei einer Entscheidung alle Aspekte gleichermaßen zum Tragen kommen. Wenn Sie wissen, in welche Richtung Ihr Entscheidungsverhalten tendiert, können Sie entsprechend gegensteuern und mögliche Nachteile ausgleichen.

1. Extrovertiertes Entscheidungsverhalten

Menschen, die ein stark extrovertiertes Entscheidungsverhalten an den Tag legen, analysieren ein ProblemProblem1) Aufgabenstellung, für deren Erfüllung noch keine Arbeitsanweisung besteht und für die es eine neue Lösung zu entwickeln gilt (z.B. Produktinnovation). 2) Unerwünschte Abweichung der Ist-Situation von der Soll-Situation (z.B. Kostenüberschreitung). 3) Risikofolge, die Schaden verursachen kann (z.B. Patentklage eines Wettbewerbers). 4) Einschränkende Randbedingung zur Erfüllung von Aufgaben. (z.B. Verfügbarkeit einer Engpassressource)., indem Sie verschiedene Lösungen mit Kollegen diskutieren, bevor sie ihre Entscheidung fällen. Sie holen sich Rat bei anderen, da sie davon überzeugt sind, dass sie im Zwiegespräch mit anderen die beste Lösung finden.

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Alle Kommentare (2)

Alfred
Oswald
Dr.

Lieber Herr Dr. Bohnic, Ihr Beitrag enthält meines Erachtens keine falsche Aussage, jedoch frage ich mich warum noch eine Methode, wenn in bekannten Modellen und Theorien die Information schon sehr gut enthalten ist. Hierzu zähle ich u.a. die Theorien von Kahnemann und Tversky sowie Gigerenzer und auch die Persönlichkeitsmodelle Big Five und MBTI. Es hilft meines Erachtens wenig, wenn die mentale Vernetzung des Lesers, die von zentraler Bedeutung für Entscheiden in komplexen Situationen ist, durch immer wieder neue aufgegossene Methoden zu torpedieren. Beste Grüße Alfred Oswald

 

Tomas
Bohinc
Dr.

Lieber Herr Oswald, im Prinzip haben Sie recht: Die vielen Persönlichkeitsmodelle reichen eigentlich aus, um sein Entscheidungsverhalten kennenzulernen. Intention dieses Abschnitts war jedoch den Leser auf die Bedeutung des eigenen Entscheidungsverhalten hinzuweisen. Ein Hinweis auf eines oder mehrere Persönlichkeitsmodelle wäre hier auch meiner Sicht weniger hilfreich, da die Persönlichkeitsmodelle immer die gesamt Persönlichkeit im Blick haben und nicht nur einen Aspekt.